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KREUZKRÖTE
Epidalea calamita

Inspiriert durch die Doktorarbeit von Jelena Mausbach über Moorfrösche (ETH, Eawag) arbeitet Artenspürhunde Schweiz in Zusammenarbeit mit der info fauna KARCH und unterstützt durch die Eawag (ETH), an einem Projekt zum Einsatz von Spürhunden für das Auffinden von Amphibien ausserhalb des Laichgewässers. Über diese Standorte stehen noch nahezu keine Informationen zur Verfügung.

 

Die Habitatsnutzung ausserhalb der Brutperiode wurde bis anhin hauptsächlich durch Telemetrie bestimmt, was sehr aufwändig ist und für die Tiere grossen Stress bedeutet. Ergänzend werden auch künstliche Verstecke ausgebracht, welche auf die Präsenz der Tiere hin geprüft werden.

 

Der Einsatz von Spürhunden ist eine sinnvolle Methode zur Umsetzung der 3R-Strategie (Reduce, Replace, Refine) und  hat das Potential, Licht ins Dunkel der Habitats-nutzung durch Amphibien zu bringen. 

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Erfassung von Amphibien in Landlebensräumen mit Hilfe von Spürhunden – eine Pilotstudie am Beispiel der Kreuzkröte

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​Bis anhin gibt es nur beschränkte Möglichkeiten, Amphibien im Landhabitat nachzuweisen. Ziel dieser Pilotstudie ist es zu prüfen, inwiefern Spürhunde als Monitoringmethode eingesetzt werden können, um Kreuzkröten im Landhabitat zu erfassen. Zwei Spürhundeteams konnten in den Laichsaisons 2021-2023 auf den Kreuzkrötengeruch trainiert werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie im Herbst 2023 konnte die Spürhundemethode hinsichtlich ihrer Entdeckungswahrscheinlichkeit und Effizienz mit der klassischen visuellen Suche unter Tagesverstecken auf insgesamt 44 plots à 40x40m verglichen werden. Die Hunde konnten durchschnittlich dreimal schneller einen ersten Fund pro Plot nachweisen. Die Anzahl der Kröten, die mittels der visuellen Methode oder mittels Spürhund nachgewiesen werden konnten, unterschied sich nicht signifikant; jedoch detektierten die beiden Methoden jeweils unterschiedliche Individuen. Der Mensch war unter klassischen Tagesverstecken erfolgreicher, während der Hund freie gut getarnte Individuen effizient anzeigen konnte und potentielle Verstecke detektierte, die jedoch nicht überprüfbar waren (unterirdisch). Je geringer die Luftfeuchtigkeit während der Suche war, desto höher war die Wahrscheinlichkeit eines Nachweises. Die Methoden waren ebenfalls vergleichbar erfolgreich, wenn es darum ging zu bestimmen, ob ein Plot besetzt war oder nicht. Wir folgern, dass die Hundemethode zwar aufwändiger in der Ausbildung ist, aber die visuelle Methode gut ergänzt und somit in der Summe zusätzliche Funde erzielt. Für Situationen, wo keine klassischen Tagesverstecke vorliegen, ist die Hundemethode die Methode der Wahl. Für die klassische Tagesverstecksuche, wo es lediglich um Präsenz oder Absenz geht, empfehlen wir die Anwendung der klassischen, visuellen Suche.

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